Am warmen Kaminfeuer liegen. War das herrlich! So wie man es sich immer vorstellte, in den Träumen draußen in der Kälte. Im Herbst konnte man noch draußen durch die Felder streifen und einen Regenguss über sich ergehen lassen, wenn daheim ein warmes Feuer auf einen wartete. Aber um nichts in der Welt hätte sie, wenn draußen der erste Schnee fiel, ihren Platz am heimischen Lagerfeuer wieder hergegeben. Mit vollgefressenem Magen neben den tanzenden Flammen ließ es sich stundenlang in das wilde Schneetreiben schauen. Das war ein Leben. Natürlich hatte es auch seinen Preis zwischen den Menschen zu leben. Man brauchte sich um Nichts zu sorgen, brauchte keinen Schutz in der kalten Zeit zu suchen, das Essen ließen sie unachtsam irgendwo liegen, man brauchte sich nur zu bedienen. Aber man wurde faul. Und es wurde langweilig. Was sollte man den ganzen Tag machen, wenn die Nahrung schon vor einem auf dem Boden lag?
Man musste sich andere Beschäftigungen suchen. Mäuse brachten immer etwas Abwechslung und Bewegung in den Alltag. Aber sie kamen nicht alle Tage her.
Die große, getigerte Katze räkelte sich auf dem Kaminvorleger und beobachtete träge das Treiben der Menschen. Die Menschen bereiteten sich gerade auf Weihnachten vor. Für die Katze bedeutete es, man ließ sie in Ruhe. Man knuddelte und drückte sie nicht bis ihr die Luft wegblieb. Sie musste sich nicht für blöd halten, weil man mit ihr nur „Mietzemietzemietzemieeeetz“ sprach. Wenn sie dann laut fauchend unter den Tisch rannte, jubelten die Frau oder Kinder strahlend. „Hast du das gehört Schatz? Sie hat geantwortet. Sie hat „Krawr“ gesagt. Na wo bist du denn? Mein Mietemietzemieetzkätzchen? Ich tu dir doch nichts!“
Als ob sie blöd wäre. Erstens fiel Knuddeln und Brustkorb-Eindrücken bei ihr eindeutig in die Kategorie „etwas tun“. Natürlich wollte sie ihr nichts in dem Sinne tun. Die Katze verstand das, aber verstand man sie? Wie schwierig konnte es sein, zwei Laute auseinanderzuhalten? „Krawr“ hieß: „Lass mich in Ruhe!“. Ein klägliches Miao hieß: „Ich habe Hunger!“ Was konnte an den zwei Ausdrücken so schwierig sein? Gab es denn niemand, der sie verstand?
(4/11) Weiter